Discussion:
Begriff "requantisieren"
(zu alt für eine Antwort)
Hans-Peter Metje
2004-01-12 10:32:30 UTC
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Mojn, mojn

Kann mir jemand den Begriff "requantisieren" einigermassen verstaendlich erklaeren?

Vielen Dank
Pit
Alan Tiedemann
2004-01-12 11:18:54 UTC
Permalink
Post by Hans-Peter Metje
Kann mir jemand den Begriff "requantisieren" einigermassen verstaendlich erklaeren?
"Requantisieren" bedeutet "die Größe (das Quantum) verändern". Wenn Du
MPEG2-Videos meinst, bedeutet das in der Regel, daß man die mit mehr
oder weniger intelligenten Programmen verkleinert.

Gruß,
Alan

PS: Deine Zeilen sind zu lang.
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Andre Beck
2004-01-14 07:27:17 UTC
Permalink
Post by Hans-Peter Metje
Kann mir jemand den Begriff "requantisieren" einigermassen verstaendlich erklaeren?
"Quantisieren" ist ein Schritt in einer Analog-Digital-Wandlung, bei dem
ein kontinuierliches Eingangssignal (z.B. ein Audiosignal in Form von
Musik oder Sprache) in eine Folge diskreter Messwerte (Samples) überführt
wird - und zwar die konkrete Messung mit einem festen Raster möglicher
Werte. Bei CD-DA wird beispielsweise der analoge Eingangswert in 16 Bit
quantisiert, d.h. auf exakt 65536 mögliche Messwerte abgebildet. Der
dabei entstehende Verlust (weil das analoge Original ja auch irgendwo
zwischen den beiden möglichen digitalen Messwerten liegen kann) ist
der Quantisierungsverlust, auch Quantisierungsrauschen genannt. Der
Begriff "Quantum" steht in vielen Kontexten für eine Größe, die sich
nur in festen Schritten ändern kann - prominentestes Beispiel ist
wohl das Plancksche Wirkungsquantum, das die Feinstruktur unserer
ganzen Welt quantelt.

Was ist nun Requantisierung? Ganz einfach: MPEG erreicht seine sehr
hohe (verlustbehaftete) Kompression dadurch, dass nach diversen
Vorbereitungen (DCT) das Eingangssignal quantisiert wird - auf einen
relativ kleinen Bereich von Messwerten, z.B. 128 oder 256. Danach
wird das quantisierte Signal entropiecodiert und genau hier gehen die
"überflüssigen" Daten über den Jordan. Wenn man einen MPEG-Stream
also nachträglich noch stärker komprimieren will, dekodiert man ihn
nicht komplett, sondern nur bis hin zu den bereits quantisierten
DCT-Koeffizienten und quantisiert diese dann erneut, aber stärker
(wenn es 256 Schritte waren, z.B. auf 128). Voila - es gehen nochmals
Informationen verloren, die erneute Entropiecodierung verdichtet den
Stream also noch etwas mehr und das Resultat ist kleiner. Der
wesentliche Vorteil liegt darin begründet, dass die Quantisierung und
Entropiecodierung beim MPEG-Encoding vom Zeitaufwand her ein Klacks
sind, wenn man sie der Suche nach Motion Vectors gegenüberstellt.
Diese muss nicht neu erfolgen, genausowenig wie die DCT - und damit
ist eine Requantisierung deutlich performanter als eine komplette
Dekodierung mit anschließendem Neuencoding.
--
The _S_anta _C_laus _O_peration
or "how to turn a complete illusion into a neverending money source"

-> Andre "ABPSoft" Beck +++ ABP-RIPE +++ Dresden, Germany, Spacetime <-
Alan Tiedemann
2004-01-14 11:25:26 UTC
Permalink
Post by Hans-Peter Metje
Kann mir jemand den Begriff "requantisieren" einigermassen verstaendlich erklaeren?
[snip hervorragende Erklärung]

Warum schreibe ich denn überhaupt eine von keinerlei Sachkenntnis
getrübte Antwort, wenn es Fachleute wie Dich gibt? *g* Jaja, ich merke
schon, ich habe keine Ahnung von der Materie ;-)

Vielen Dank für die ausführliche und vor allem verständliche
Erläuterung! Ich werde mich in Zukunft mit Antworten auf solche Fragen
1-2 Tage zurückhalten, das ist besser für meinen Ruf *grins*

Gruß,
Alan
--
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